Woher wir kommen?
Anlass für die Gründung unseres Vereins war der seit Jahren schwelende Konflikt um die Erhaltung des Nordflügels auf dem Sowjetischen Garnisonfriedhof in  Dresden.

Im Frühjahr 2010 stellte der Freistaat Sachsen – hierbei vertreten durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (kurz: SIB) – Pläne vor, die intakte Friedhofsarchitektur auf dem Nordfriedhof unter Beibehaltung der unterirdischen Gräber einzuebnen und an ihrer Stelle eine schlichte Grünfläche mit einem kleinen Gedenkbereich zu errichten. Mit dieser circa 240.00 Euro teuren Maßnahme sollten die jährlichen Pflegekosten für den Nordflügel in Höhe von circa 8.000 auf 4.000 Euro gesenkt werden.

Die Situation des Friedhofes hatte sich schon seit der Übernahme der Liegenschaft durch das Land im Jahre 1996 stetig verschlechtert. Zwar wurden 1998 bis 2008 noch einmal erhebliche Mittel zur Sanierung der kompletten Anlage aufgewendet, doch führte dies um Umkehrschluss zu dem Bestreben der Stadtverwaltung, den Rückbau der Anlage voranzutreiben, um dauerhaft Pflege- und Erhaltungskosten einsparen zu können.

Einsparungspotential erkannte der SIB vor allem bei den Gräbern der nach 1952 verstorbenen Soldaten und den sogenannten „Garnisonangehörigen“. Das deutsch-russische Gräberabkommen von 1992 regelt zwar den Schutz und die Erhaltung der sowjetischen Kriegsgräber auf deutschen Boden, die als Folge von Kampfhandlungen zwischen dem 26.08.1939 und dem 31.03.1952 entstanden sind. Die Nachkriegstoten, wie z.B. Wehrpflichtige, die bei der Ausübung ihres Dienstes in der DDR ums Leben kamen sowie sogenannte „Garnisonangehörige“ (Zivilbeschäftigte, Frauen und Kinder der hier stationierten Berufssoldaten), sind darin nicht erfasst. Auf sie sollte das Sächsische Bestattungsgesetz (mögliche Aufhebung gemäß § 6 [2] nach 20 Jahren) angewendet werden.

Gegen diese Pläne formierte sich schon bald bürgerlicher Widerstand. Am 29. März 2011 gründeten sechs engagierte Bürgerinnen und Bürger den „Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof Dresden“. Dieser Bürgerinitiative gelang es, dass Thema überhaupt in die Dresdner Öffentlichkeit zu heben.

Problematisch erwies sich dabei, dass der SIB einem öffentlichen Diskurs zur Erhaltung der Anlage zunächst prinzipiell aus dem Weg ging und den „Freundeskreis“ nicht als gleichberechtigten Gesprächs- und Verhandlungspartner betrachtete. Es bedurfte eines erheblichen politischen und medialen Druckes um die Verantwortlichen an den Gesprächstisch zu bekommen. Der Friedhof wurde zum Politikum, stand im Fokus verschiedener Kleiner Anfragen im Sächsischen Landtag und war Gegensand zahlreicher Presseveröffentlichungen.

Von März bis Juni 2014 fanden dann schließlich  moderierte Gesprächsrunden mit allen am Thema interessierten Behörden, Vereinen, Institutionen etc. unter dem Dach der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung statt. Die Gespräche endeten zwar ohne konkretes Ergebnis, die dadurch erzeugte Öffentlichkeit verhinderte aber bis dato den geplanten Abriss des Nordflügels.

Während der Gespräche wandelte sich der „Freundeskreis Sowjetischer Garnisonfriedhof Dresden“ in einen Verein um. Am 27. März fand im Offizierheim der Graf-Stauffenberg-Kaserne die Gründungsversammlung des Vereins „Denk Mal Fort! e.V. – Die Erinnerungswerkstatt“ statt, der seither weiter für die Erhaltung des Sowjetischen Garnisonfriedhofes Dresden in seiner Gesamtheit streitet.

Bis zum heutigen Tag gibt es keine eindeutige Willensbekundung seitens der Verantwortungsträger in der Politik zu einer dauerhaften Erhaltung der Friedhofsanlage inklusive des umstrittenen Nordflügels. Hinsichtlich der Rechtfertigung der finanziellen Mittel zur Bewahrung der Gräber einer längst abgezogenen Okkupationsarmee bedarf es natürlich der geschichtspolitischen Einordnung des Themas „Kalter Krieg und Besatzung“ sowie der schrittweisen erinnerungskulturellen Erschließung und der Anlage. Beide Aufgaben müssen in den kommenden Jahren von Politik und Verwaltung in Einklang mit der Zivilgesellschaft gelöst werden. Der Verein „Denk Mal Fort! e.V. – Die Erinnerungswerkstatt Dresden“ sieht es als seine Aufgabe diesen Prozess konstruktiv zu begleiten und zu helfen, um die Zukunft der Anlage langfristig zu sichern.

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