Denk Mal Fort! e.V. – Die Erinnerungswerkstatt Dresden
Strategien des Gedenkens – Dresdner Gedenkkultur zwischen Pädagogik und Emotionen

2. Mai 2019, 18 Uhr, Dalcroze-Saal im Festspielhaus Hellerau

Die Skulptur „9841“ wurde 2012 auf dem Gelände des Festspielhauses durch die Künstlergruppe BEWEGUNG NURR aufgestellt. Sie erinnert an Johann „Rukeli“ Trollmann, der Deutsche Boxmeister im Halbschwergewicht von 1933, der als Sinto im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurde. NURR schrieben dazu: „In Medien, Politik und Alltagsbewusstsein werden Vorurteile zu Sinti und Roma beständig wiederholt. Im Einsatz gegen Rassismus und Antiziganismus darf sich niemand zurücklehnen“.

Dieses Denkmal ist im letzten Jahr in die politische Diskussion gekommen und soll gemäß Stadtratsbeschluss vom Gelände des Festspielhauses in den Sportpark an der Ostraallee umgesetzt werden. Die dazu im politischen Raum geführte Debatte hatte stark populistische Züge und fand ohne Einbeziehung der unmittelbar Betroffenen statt.

Erstmals kommen nun die Künstler der BEWEGUNG NURR selbst zu Wort. Zudem wird die Künstlerin Eszter Salamon, die sich über mehrere Jahre mit performativen „Denkmälern“ beschäftigt hat, einen Impulsvortrag halten. Im Panel sollen die sich daraus ergebenden Fragen kontrovers diskutiert werden:
Wie können Denkmäler unseren Anliegen gerecht werden? Kann ein Denkmal performativ als politische Aktion im Hier und Jetzt wirken? Wie emotional aufgeladen ist die Denkmalkultur in Dresden? Und wie reagiert die lokale Politik darauf?

Auf dem Podium:
Alekos Hofstetter (Künstlergruppe BEWEGUNG NURR),
Kathrin Krahl (Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, Projekt RomaRespekt),
Justus H. Ulbricht (Dresdner Geschichtsverein und Denk Mal Fort)
und Eszter Salamon (Künstlerin)
Moderation: Frauke Wetzel (HELLERAU)

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Unbequeme Denkmäler“ und wird in Kooperation mit dem Dresdner Geschichtsverein e.V. und dem Europäischen Zentrum der Künste HELLERAU durchgeführt. Sie ist zugleich Bestandteil des Festivals „Erbstücke“ (26. April bis 5. Mai 2019).


„Für Freiheit und Fortschritt gab ich alles hin“ – Dresden erinnert sich an den Maiaufstand von 1849

9. Mai 2019, 11 Uhr, Alter Annenfriedhof an der Chemnitzer Straße

Zu den Orten der Dresdner Demokratiegeschichte, die heute kaum noch Beachtung finden und auch selten aufgesucht werden, gehören die Grabmale für die Gefallenen des Dresdner Maiaufstandes auf dem Alten Annenfriedhof und dem Trinitatisfriedhof. Sie erinnern an 140 Getötete, die während der Barrikadenkämpfe in der Stadt ums Leben kamen oder im Anschluss daran standrechtlich erschossen wurden. Diese im 19. Jahrhundert geschaffenen Erinnerungsorte, die zu Beginn der Weimarer Republik auf Betreiben der SPD baulich aufgewertet und später von der SED zur Sinnstiftung für den Arbeiter-und-Bauern-Staat genutzt wurden, gerieten nach der Wiedervereinigung zunehmend ins geschichtspolitische Abseits.

Aus Anlass der 170. Jahrestages des Maiaufstandes wollen wir mit unserer Veranstaltung diese vergessenen Orte der Dresdner Demokratie- und Stadtgeschichte ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückholen und damit einen Beitrag zur demokratischen Erinnerungskultur leisten.

Ablauf der Veranstaltung

Musikstück zur Eröffnung

Gedicht „O Freiheit, Freiheit!“ von Georg Herwegh

Robby Langer

Begrüßung

Holger Hase, Vorsitzender Denk Mal Fort! e.V.

Grußwort

Detlef Sittel, Erster Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden

Musikstück zur Überleitung

Lesung zeitgenössischer Briefe und Erinnerungen

Robby Langer

– Arnold Ruge: Mai und Juni 1849 (3. Mai 1849)

– Eduard Devrient: Tagebuch (7. Mai 1849)

– Alfred Rethel an seine Mutter (8. Mai 1849)

– Hans von Bülow an seine Mutter (Mitte Mai 1849)

Geistliches Wort, Pfarrerin Angelika Behnke, Frauenkirche Dresden

Gedicht „Wohl hab ich oft und viel gesungen“ von Heinrich August Hoffmann von Fallersleben

Robby Langer

Verlesung der 24 namentlich bekannten Toten

Justus H. Ulbricht, Geschäftsführer Dresdner Geschichtsverein e.V.

dabei Ausstecken von 47 Blumen (= die Gesamtzahl der dort beerdigten Personen) auf der Rabatte vor dem Gedenkobelisk durch die Teilnehmer der Veranstaltung

Aktuell

2. Mai 2019, 18 Uhr, Festspielhaus Hellerau, Dalcroze-Saal, Podiumsdiskussion „Unbequeme Denkmäler“

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