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Verwischte Spuren – notwendige Erinnerungen

Gedenkfeier auf dem Dresdener Altmarkt

13. Februar 2026 | Freitag | 9:00 – 10:00 Uhr | Dresdner Altmarkt

Mit Ansprachen, Textlesungen und Musik erinnern wir am 13. Februar diesen Jahres an die Geschichte des Altmarktes und die Toten vom 13./14. Februar 1945.

Inmitten unserer Stadt liegt der Altmarkt, der eine vielschichtige Geschichte besitzt und bis heute höchst unterschiedliche Nutzungen erfährt. Er ist der älteste Platz unserer Stadt. Der heutigen Einwohnerschaft und zahlreichen BesucherInnen ist er vertraut als Ort von Festen und des Konsums.

In den Februar/Märztagen 1945 wurden auf ihm über 6000 Leichen der Luftkriegstoten verbrannt. Daher avancierte er schon zu DDR-Zeiten zu einem Schauplatz von Erinnerungsfeiern zum Gedenken an den 13./14. Februar 1945.

2005 wurde auf einer Pflastersteinecke inmitten des Platzes, ungefähr dort, wo einst ein Germania-Denkmal stand (vor dem 1945 die Leichen verbrannt worden waren) eine metallene Erinnerungsspur eingelassen. Als man 2008 eine Tiefgarage anlegte, kam ergänzend an deren Eingang auf einer Bank eine Inschrift zur Erinnerung an die Opfer der Luftangriffe dazu. Damit entstand – so die erklärte Absicht – ein „Ort der Mahnung, des Erinnerns und Gedenkens“. Im Januar 2024 wurde diese Inschrift – zum Erstaunen und Ärger großer Teile der Öffentlichkeit – entfernt.

Bedeutend problematischer jedoch für ein angemessenes, respektvolles Erinnern und Gedenken an die Toten sowie die Zerstörung des Dresdner Zentrums zu Kriegsende ist die Tatsache, dass sich die kommerzielle Nutzung des Platzes durch Feste, Feiern, Märkte und der Nutzung der umliegenden Gaststätten und Geschäfte mit den Ansprüchen der städtischen Erinnerungskultur nicht verträgt. Oftmals stehen Schaubuden auf Teilen der metallenen Gedächtnisspur; mögliche Gedenkfeiern müssen sich dem Rhythmus der kommerziellen Bespielung des Platzes anpassen – und unterblieben daher in der Vergangenheit öfters.

Kurzum: Im Zentrum Dresdens, das 1945 nahezu komplett zerstört war, existiert bis heute kein angemessener Ort des Erinnerung und des Gedenkens – eine empfindliche Lücke im lokalen Gedächtnis der „Residenz- und Kulturstadt“ Dresden.

Der Verein Denk Mal Fort e. V. möchte mit seiner Feier andere Akzente setzen, die Platzgeschichte andeuten und in Würde und Respekt der Toten von damals gedenken.

gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden